SV Ortsgruppe Schweinfurt e.V.
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Bundesleistungshüten 2009 Drucken E-Mail

SV-Bundesleistungshüten 2009

25. - 27. September 2009

in Stettbach

Ergebnisse



Die OG Schweinfurt blickt stolz und zufrieden auf das Bundesleistungshüten zurück. Noch sind die Erinnerungen frisch und wir sind alle total erschöpft von dem Stress und der vielen Arbeit. Aber wir sind auch glücklich, dass alles so gut geklappt hat.
Diese Veranstaltung konnten wir als OG nur deshalb durchführen, weil uns die Vereinsgemeinschaft Stettbach mit sämtlichen örtlichen Vereinen unterstützt hat. Mitglieder aller Ortsvereine waren bei der Planung und bei der Durchführung der Veranstaltung beteiligt.
Der intensive Teil der Planung begann ca. 8 Monate vorher. Es wurden die Gruppenleiter für die einzelnen Gebiete (Speisen, Getränke, Kaffeebar, Parkplätze, Hütewesen usw) ausgewählt. Diese Leute arbeiteten in Gruppen mit ihren Leuten weiter. Es wurden Pläne ausgearbeitet und ein Bedarf von ca. 200 Helfern errechnet. 100 Helfer sollten vom SV gestellt werden und 100 Helfer aus der Vereinsgemeinschaft.
Außerdem wurde die Hütekommission zusammengestellt. Der Hüteleiter Robert Schäflein als Ortsbauer tat sich mit der Schäferei Füller zusammen und verhandelte mit den entsprechenden Grundstücksbesitzern über die Ackerbestellung zu dem Zeitpunkt der Veranstaltung.
Es gab wohl keine Familie in dem kleinen Ort, die sich nicht an dieser Veranstaltung beteiligt hat, alleine ca. 100 Kuchen wurden aus dem Ort gespendet. In diesen 3 Tagen standen den ca. 600 Einwohnern von Stettbach mindestens die 10 fache Menge an Besuchern gegenüber!
Die örtliche Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, den Verkehr zu regeln und jedem Besucher einen Parkplatz zuzuweisen. Der Stettbacher Musikverein umrahmte am Sonntag den Hirtengottesdienst im Festzelt, der besonders stimmungsvoll war. Anschließend spielten sie zum Frühschoppen und dann gegen Abend zu der Siegerehrung.
Ganz besonders möchten wir den vielen Helfern danken, ohne die diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre! Wir hatten Helfer aus ganz Deutschland, vom hohen Norden genauso wie aus dem südlichsten Bayern. Menschen, die wir bis dahin persönlich nicht kannten, riefen uns an und boten ihre Hilfe an. Diese Menschen waren einfach nur interessiert an der Arbeit der Schäferhunde an der Herde und wollten daran mitarbeiten. Viele Freundschaften sind an diesem Wochenende entstanden. Leider wurden wir von einem kleinen Teil unserer eigenen OG Mitglieder und auch von einigen umliegenden OG`s nicht unterstützt, aber dieses Problem gibt es wohl an jeder Veranstaltung und bei jedem Verein.
Ein „Wolfgang“ aus Donaueschingen nahm sich für 5 Tage Urlaub, reiste mit der Bahn an, baute das Festzelt mit auf und ab, und stand als Metzger für 3 Tage von früh um 8 Uhr bis nachts um 3 Uhr am Grillstand und briet Lammgyros und Lammkoteletts. Ein junger Mann aus Trindad kam mit dem Zug bis nach Schweinfurt und lief dann zu Fuss nach Werneck. Dort fuhr ihn dann die Wirtin eines Hotels in Werneck nach Stettbach zu unserer Veranstaltung.
Wolfgang aus Donaueschingen mit seinem Team
Die Stimmung an dieser Veranstaltung war einfach fantastisch! Die Sonne schien alle 3 Tage, und die Helfer waren richtig stolz, an so einer Veranstaltung mitarbeiten zu dürfen. Keinem wurde es zuviel, obwohl die Arbeit immens war. Jeder gab sein bestes und freute sich über den Erfolg. So eine Kameradschaft wünscht man sich an manch anderer Veranstaltung!
Dieses hier war eine Veranstaltung ohne Neid und Missgunst, es ging um keine finanziellen Geschäfte, außer dem Verkauf von Speisen und Getränken. Auch die 14 Hüteteilnehmer waren ruhig und gelassen soweit dies möglich war.
Leider sah sich ein Teilnehmer veranlasst abzubrechen, da sein Hund nicht mehr voll im Gehorsam stand, aber so etwas kommt vor. Und wie immer hieß es auch: das hat mein Hund noch nie gemacht. Wer kennt das nicht.
Das Publikum verfolgte zumindest am Sonntag jeden Hütegang mit großem Interesse. Vielleicht war es gerade das, was die entspannte, freundliche Atmosphäre ausmachte: sehr stimmungsvolle Bilder in einer landschaftlich wunderschönen Gegend, eine Schafherde, die ruhig vor der Kulisse eines Waldrandes zog, ein ruhiger Schäfer, der seine beiden Hunde mit Gesten, Pfiffen oder sonstigen Kommandos dirigierte, durch das sonnige, trockene Wetter von einer Staubwolke gekrönt!
Firma Reivision filmte das Ganze und wir sind schon sehr auf das Ergebnis gespannt.
Der Hütegang eines jeden Teilnehmers dauert ca. 1 Stunde und ist in allen Teilen der täglichen Hütearbeit des Schäfers nachempfunden.
Es beginnt mit dem Auspferchen (Sprung des Hundes in den Pferch, drücken der Schafe aus dem Pferch, stehen bleiben am vorderen Eck bis das letzte Schaf den Pferch verlassen hat)
Dann folgten die einzelnen Übungen wie Ziehen im Engweg, enges Gehüt, weites Gehüt, das Stellen des Hundes vor die Herde mit langsamen Ranziehen und Stehenbleiben, Kippen der Herde (die Schafe bleiben beim Ziehen stehen da der Hund vor ihnen steht, der Hund geht auf Kommando einige ruhige Schritte auf die Herde zu, die Schafe drehen sich um und ziehen wieder zurück. Der Hund muss anschließend gerade wieder zurück gehen, wie er gekommen ist.)
Die Schafe müssen eine Brücke passieren und der Hund muss an der Brücke am Eck stehen bleiben, damit kein Schaf vorbei läuft. In der täglichen Praxis könnte dies eine Brücke über eine befahrene Strasse sein oder eine Bahnunterführung. Dann ziehen die Schafe am Rand einer Strasse entlang, von vorne kommt ein Auto und der Hund muss verhindern, dass die Schafe ins Auto laufen. Er muss also zwischen der Schafherde und dem Auto laufen und so dem Auto ermöglichen, vorbei zu fahren. Anschließend dreht das Auto und fährt noch einmal von hinten an der Herde vorbei.
Wenn die Schafe versuchen, sich ins benachbarte Feld zum Naschen zu stehlen, muss der Hund das verhindert und hierzu darf oder soll er auch das Schaf beissen, sonst verschafft er sich keinen Respekt. Hier wird von den 3 Richtern auch der Griff gewertet, ähnlich wie beim Schutzdienst, aber doch ganz anders. Der Hund soll fest aber kurz zubeissen, nicht hängen bleiben wie im Schutzarm. Würde er beissen und festhalten, vielleicht noch an der Seite (Rippengriff) während das schwere Schaf noch weiter läuft, wird das Schaf im schlimmsten Fall schwer verletzt.
Zum Schluss werden die Schafe wieder eingepfercht, wobei der Hund wieder vorne am Eck stehen bleiben muss, damit kein Schaf vorbei läuft. Anschließend wird noch der Verteidigungstrieb des Hundes geprüft.
Zwischen den einzelnen Hütegängen besprechen die 3 Richter miteinander die gezeigten Leistungen und vergeben ihre Punkte, auch das dauert seine Zeit. So kommt man bei nur 14 Hüteteilnehmern auf eine erforderliche Zeit von ca. 21 Stunden. Deshalb wurde das BLH auch vor einigen Jahren auf 2,5 Tage ausgedehnt, in 2 Tagen war das nicht zu schaffen.
Die Ausbildung und die Arbeit des Hütehundes ist in einigen wesentlichen Dingen total verschieden von der Schutzhundarbeit, denn hier ist der Hund nicht an der Leine und zum Teil auch weit entfernt vom Schäfer. Außerdem, hier handelt es sich nicht so sehr um „nur“ Sport, sondern die Sache ist viel ernster.
Nur ein Hund der das erforderliche Interesse hat für die Schafe, ist als Hütehund ausbildbar. Je stärker der Trieb ist, desto mehr eignet sich der Hund für diese Arbeit. Der triebstarke Hund wird in erfahrener, starker und ruhiger Hand der bessere Hund werden. Hier gilt wie in der Schutzhundausbildung: nehmen kann man, geben nicht. Nur, das Risiko ist höher als beim Schutzhund. Wenn der triebstarke Hund eine schwache Minute hat (oder der Schäfer), dann kann er in die Herde stechen und die Schafe eventuell auf
eine befahrene Strasse oder auf die Bahngleise treiben, das kann dann schnell blutiger Ernst werden. So ist ein absoluter Gehorsam erforderlich. Dieser absolute Gehorsam zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Hüteablauf.
Jeder Hütedurchlauf wurde sehr fachkundig von Herrn Wolfgang Thomann vom Tierzuchtamt Würzburg mit Lautsprecher kommentiert, so dass das Publikum verstehen konnte, was da vor sich ging.
Am Freitag Abend fand der Begrüßungsabend im Festzelt statt mit Lammgerichten und mit Musik. Unser LG 14 „Sascha“ brachte schnell eine gelockerte Stimmung bei nicht zu grosser Lautstärke, so dass auch eine vernünftige Unterhaltung möglich war. Am Samstag Abend war der Kommerzabend schon etwas festlicher, Schirmherrin war hier die Bayerischen Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Wie es aussah, hat es ihr gut gefallen bei uns, denn sie blieb recht lange, so dass ihre Polizeitruppe vor dem Zelt schon ganz ungeduldig wurde. Die vielen Reden wurden kurz gehalten, so dass wir dann die ausgezeichnete Musik der Band „Cadillac`s“ geniessen konnten. Der Abend war lang, die Nacht war kurz!
Da wir uns ein zahlreiches Publikum wünschten, hatten wir auch intensiv an einem guten und interessanten Rahmenprogramm gearbeitet. Hier haben wir auch besonders an die Kinder gedacht. Auf dem Nachbargelände war ein Streichelzoo mit verschiedenen Schafrassen und kleinen Lämmern aufgebaut.
Samstag Nachmittag und Sonntag früh zeigte ein Schafscherer seine Kunst (Mama, der Mann macht die Schafe nackig!)
Den ganzen Sonntag bastelten 2 Schäfersfrauen mit den Kindern Kleinigkeiten aus Schafwolle, außerdem wurde das Spinnen und das Walken der Schafwolle vorgeführt.
Für die „Grossen“ gab es eine Schauvorführung der Dog-Dancing Gruppe „Swinging Tails“ aus Bamberg, eine Vorführung der Rettungshundestaffel Bad Kissingen sowie eine Vorführung der Polizei Schweinfurt mit Rauschgiftsuche und Stellen eines flüchtigen Verbrechers. Interessant zu sehen, das inzwischen auch die Polizei mit Clicker arbeitet!
Am späten Nachmittag fand dann die sehr stimmungsvolle Siegerehrung statt.
Das 1. Mal in der Geschichte des SV`s war die Siegerin im Bundesleistungshüten eine Frau! Nancy Denecke erreichte mit Ihren Hund „Aiko aus der Glockenbergschäferei“ 95 Punkte und damit Platz 1!
Auf Platz 2 kam ihr Lehrmeister Gerd Jahnke mit seinem Hund „Canto aus der Glockenbergschäferei mit 94 Punkten. Es spricht sehr für einen guten Lehrherrn wenn der Lehrling den Meister schlägt! Hier die weiteren Platzierungen:
Platz 3 mit 91 Punkten: Herbert Kind mit Zilla vom Haus Truckenbrodt Platz 4 mit 89 Punkten: Herbert Kind mit Grace vom Haus Kind Platz 5 mit 88 Punkten: Gerd Jahnke mit Caro aus der Glockenbergschäferei Platz 6 mit 85 Punkten: Peter Brückner mit Jule vom Hexengrund Platz 7 mit 84 Punkten: Nancy Denecke mit Elan aus der Glockenbergschäferei Platz 8 mit 83 Punkten: Dirk Strathausen mit Dux vom Göhiser Hof Platz 9 mit 82 Punkten: Winfried Weinhold mit Pallie vom Porphyrbruch Platz 10 mit 81 Punkten: Andreas Smietana mit Isa vom Hexengrund Platz 11 mit 69 Punkten: Gerhard Baumann mit Hetty von der Schwedenschanze Platz 12 mit 68 Punkten: Klausjürgen Otto mit Bea von der Hirschlinde Platz 13 mit 67 Punkten: Hubert Walter mit Xandra vom Haus Magis Platz 14 mit 35 Punkten: Klausjürgen Otto mit Camp von der Hirschlinde
Herbert Kind, Nancy Denecke und Gerd Jahnke
die Siegerin Nancy Denecke
Den Teilnehmern und Zuschauern muss diese Veranstaltung gut gefallen haben, denn sie blieben noch lange und feierten noch ein paar schöne Stunden mit uns.
 
 
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